Kraftstoffe, Infrastruktur, Planbarkeit – die aktuellen drei Speditions???

Wie und wo und mit welchem Brennstoff lassen sich LKWs zukünftig aufladen? Und mit welcher Ladung im Frachtraum werden sie unterwegs sein? Unter welchen Mautgebühren und in welcher Verkehrs-Infrastruktur? Die offenen, oft technologischen Automotive-Fragen konfrontieren die Automobile- und Logistik-Branche täglich. Praktisch in jeder Fahrerkabine, auf jedem Fahrersitz gibt es vor allem eines zu wenig: Planungssicherheit.

Dafür aber mehr Reglementierungen. Und zu viel Bürokratie. Gerade mittlere Speditions- und Familienunternehmen trudeln abwärts. Ihnen steht seit Jahren immer vor Augen und im Scheinwerferlicht: Polykrise und maue Konjunktur. Dabei ist der definitiv systemrelevanten, befördernden Logistik-Branche die Bürokratie am wenigsten förderlich, ein regelrechter Bremsklotz. Auch die Ladestation-Infrastruktur für E-Trucks bleibt ausbaufähig. Wie kriegen wir mehr auf die möglichst nicht zu unterbrechende Lieferkette? Wie viel mangelnde Verlässlichkeit kann die TSL-Branche noch auffangen? Und was erwartet sie hinter der nächsten Kurve? Ständig auf Sicht zu fahren zehrt an jeder Betriebs-Substanz. Auf die seit langem und vielfach signalisierten „Jetzt reichts“ wird zu wenig reagiert. Dafür viel probiert:

Nachdem die sogenannten Wirtschaftsweisen jetzt darauf hinwiesen, dass „die Verkehrs-infrastruktur“ in einem „desolaten Zustand“ sei, sollten neben LKW auch PKW für die Nutzerfinanzierung herangezogen werden. Ein Maut-Anspruch, den die Speditionen schon lange erfüllen. Und eine Forderung, der das Bundesverkehrsministerium dann stante pede auch gleich wieder eine klare Absage erteilt hat. Das infrastrukturelle Defizit bleibt trotzdem.

Nichtsdestotrotz wird von der Branche nach wie vor erwartet, dass die Klimaschutz-Ziele erreicht werden müssen. Aber jetzt auf blauen oder grünen Wasserstoff setzen, auf die leichtere Batterie? Oder die nächsten Prognosen? Planungssicherheit bleibt so wackelig wie lange nicht mehr. Verlässlich kalkulieren zu können wäre aber nach wie vor von Nöten.

Spielraum in diesem oder jenem Engpass bieten Frachtenbörsen wie die SCHUETTGUTBOERSE oder ihr Partner EU-CARGO24. Auf diesen Plattformen können sich Anbieter und Abnehmer abstimmen. Können zum Beispiel auch Lkw-Leerfahrten vermieden werden. Eine funktionale Vernetzung dreht an den richtigen Schrauben. Am richtigen Rad.

Vielleicht sollte man so eine Drehscheibe auch für die Flugbereitschaft der Bundeswehr einrichten: Denn (für die nicht wenigen) Regierungsflüge kommen fast ebenso viele Leerflüge auf. Allein für Januar und Februar 2024 wurden ca. 3000 Tonnen CO2 verbraucht. Standort und Abflugort, Startpunkt und Landepunkt – auf einer Kommunikationsebene kämen alle zielführender zusammen. Und die CO2-Bilanz hinterließe deutlich weniger Fußabdrücke. Also: weniger Leerflüge und weniger Leerfahrten. In der Summe spricht alles für mehr Börsen-Nutzung, Vernetzung und Koordination. Und verlässliche Koordinaten.

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